Selsingen(dm). Zur jüngsten Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes (KFV) Bremervörde im Selsinger Hof konnte der Vorsitzende Hans-Jürgen Behnken neben zirka 200 Vertretern der Feuerwehren aus dem Altkreis Bremervörde auch den Präsidenten des Landesfeuerwehrverband Niedersachsen Olaf Kapke, die Frauen-Sprecherin des Landesfeuerwehrverband Sabine Schröder, von der Polizei Direktion Rotenburg die 1. Hauptkommissarin Andrea Schürmann und weitere zahlreiche Gäste begrüßen. Auch Behnkens Tochter, die wegen der vielen Tätigkeiten ihres Vaters ihn wenig zu Gesicht bekam, wohnte der Versammlung bei. In seinem Bericht blickte Behnken auf Stationen seiner 19-jährigen Amtszeit zurück. So wurde unter anderem die technische Weisung der Feuerwehrjacken in Niedersachsen abgeschafft und der Markt für weitere Modelle geöffnet. Des Weiteren wurden 2006 die Regierungsbezirke aufgelöst und in Polizeidirektionen aufgeteilt. Die Verbände arbeiten aber noch auf vier Bezirksebenen weiter. Außerdem wurde der Digitalfunk eingeführt, deren Planungen aber mehr als ein Jahrzehnt dauerten. Das Höchstalter für die Teilnahme am aktiven Dienst wurde von 63 auf 67 Jahre erhöht. Seine Amtszeit hat Behnken immer mit der Seefahrt verglichen. ,, Der Kapitän muss seiner Mannschaft vertrauen. Ich habe immer versucht mit meinem Verband stürmen und Unwettern auszuweichen ́ ́, so Behnken. Stand 31.12.2020 bestand der Verband aus 5017 Mitgliedern davon 4246 Aktive, 439 Jugendliche in den Jugendfeuerwehren, 149 Kinder in den Kinderfeuerwehren und 183 Musiker. Die Kameradinnen und Kameraden wurden nicht mitgezählt. Somit müssten es schätzungsweise 6000 Mitglieder sein. ,,In Zukunft wird es wichtig sein die Interessen der Mitglieder weiter zu vertreten ́ ́, so Behnken weiter. In seinen Schlußworten bedankte sich der scheidende Vorsitzende bei dem restlichen Vorstand, den Nachbarverbänden und bei den Mitgliedern. Nach seiner emotionalen Rede gab es als Dank für seine geleistete Arbeit stehende Ovationen.

Der neue Kreisjugendfeuerwehrwart Oliver Austel berichtete über den ersten Kreisjugendfeuerwehrtag unter seiner Leitung der wegen des Lockdown erstmals digital stattfand. Auch deswegen wies er darauf hin dass die digitale Arbeitsweise aufgegriffen wurde und verstärkt vertieft werden müsse. Außerdem haben die ersten Jugendgruppen ihren Dienstbetrieb wieder aufgenommen. ,,Anstatt der durch Corona erhofften Austritte mussten manche Jugendwehren Wartelisten anlegen ́ ́, berichtet Austel.

In seinem Bericht verwies Kassenwart Marco Noetzelmann auf ein besonderes Jahr. Es gab dank Corona kaum Ausgaben. Anstatt der jährlichen 130 Belege wurden im vergangenen Jahr nur 50 Belege eingereicht. Somit fand unter Heiko Kynast eine schnelle Kassenprüfung statt, bei der keine Beanstandungen festgestellt wurden. Er schlug eine Entlastung des Vorstandes vor, welche einstimmig erteilt wurde. Danach stellte Noetzelmann noch den Haushaltsplan vor.

Der Präsident des Landesfeuerwehrverband Niedersachen Olaf Kapke berichtete das die Überarbeitung des niedersächsischen Brandschutzgesetzes überfällig ist. Die Themen sind im Gegensatz zu früher aber gleich geblieben. ,,Im Hinblick auf die vergangenen Katastrophenfälle in Deutschland herrsche dringender Handlungsbedarf ́ ́, so Kapke. So werden Waldbrand-Tanklöschfahrzeuge in Zukunft mehr werden. Auch der Katastrophenschutz werde in Sachen Stromerzeuger und Trinkwasseraufbereitung verbessert, denn die Feuerwehren stellen bei Katastrophen das meiste Personal unter den Hilfsorganisationen.

Als nächster Tagesordnungspunkt stand die Wahl eines neuen Vorsitzenden an. Hans-Jürgen Behnken stellte sich nach 19 Jahren nicht wieder zur Wahl. Mit 158 Ja-Stimmen wurde der Abschnittsleiter Zeven Henning Herzig aus Tiste einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er dankte in seiner Rede für das Vertrauen und stellte fest dass der Verband immer mit dem Namen Behnken verbunden werde. Als 2. Vorsitzender wurde der Abschnittsleiter Bremervörde Jörg Suske aus Gnarrenburg auch einstimmig gewählt. Sein Vorgänger war der jetzige Kreisbrandmeister Peter Dettmer aus Zeven. Als Kassenprüfer scheidet Wilhelm Bösch aus. Sein Nachfolger wurde Tobias Witt aus Badenstedt, der auch einstimmig gewählt wurde. Der jahrelange Fachbereichsleiter Jugendfeuerwehr Volker Jungen aus Ebersdorf wurde einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt. Hans-Jürgen Behnken wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

 

Alter und neuer KFV Vorstand

 

Bei den Ehrungen erhielten folgende Kameradin und Kameraden die Ehrenmedaille des Kreisfeuerwehrverband Bremervörde: Michael Krahl (Bevern), Dietmar Mohrmann (Breddorf), Regina Pape (Hesedorf), Martin Borchers und Andy Mulkes (beide Bremervörde), Dirk Otjen (Weertzen), Mirco Breuer (Nieder Ochtenhausen), Adrian Nötzel (Tarmstedt), Tim Gerhard und Marcus Kröhnke (beide Zeven), Carsten Dittmer (Sittensen) und Reiner Harms (Westertimke). Das Deutsche Feuerwehrehrenkreuz in Silber erhielten Torsten Buck (Elm), Heinz Lührs (Mehedorf) und Fred Brandt (Bremervörde). Die Ehrennadel des Landesfeuerwehrverband  Niedersachsen dürfen ab sofort Andreas Hellmich, Siegfried Wischnewski (Gyhum) und Ingo Kück (Karlshöfen) tragen. Hans-Jürgen Behnken erhielt die silberne Ehrennadel des Deutschen Feuerwehrverband.

 

 


Der Selsinger Samtgemeindebürgermeister Gerhard Kahrs stellte in seinen Grußworten kurz die Samtgemeinde vor und verwies darauf dass es auch hier Probleme bei der Findung von Führungskräften und bei der Tagesbereitschaft gebe. Trotzdem werde die Samtgemeindeviele finanzielle Mittel für das Hilfsangebot der Bürger aufwenden. Reinhard Aufdemkamp, Bürgermeister der Gemeinde Selsingen beglückwünschte alle Geehrten und lobte die Arbeit der Feuerwehren.

Die 1. Hauptkommissarin Andrea Schürmann ermutigte Henning Herzig für die Arbeit des Vorsitzenden um den Verband weiter in guter Spur zu führen. Außerdem schätzt Schürmann die gute Zusammenarbeit zwischen Polizei und Feuerwehr.

Kreisbrandmeister Peter Dettmer bedankte sich für die tolle Zusammenarbeit bei Hans-Jürgen Behnken. In seinem Bericht ging er darauf ein das bis zum 30.08.2021 bereits 779 Einsätze durch die Feuerwehren im Kreisgebiet abgearbeitet wurden. Außerdem wurden 2020/2021 ein neuer Gerätewagen Atemschutz, ein Gerätewagen Gefahrgut (beide für den Gefahrgutzug) und ein Gerätewagen Logistik für die Küchenbereitschaft der Kreisfeuerwehr beschafft. Ein neuer Rüstwagen für die Ortswehr Sittensen ist bestellt. Des Weiteren wird ein neuer Kommandowagen für den Gefahrgutzug ausgeschrieben. Eine Drohne sei auch in Beschaffung. Flächensaugkörbe und Löschrucksäcke seien in Planung. Dettmer sprach auch ein Lob der Impfteams aus, da sich die Feuerwehrleute bereits zuhause mit den erforderlichen Papieren auseinander setzten und somit für einen reibungslosen Ablauf in den Impfzentren sorgten. Die Ausbildung auf Kreisebene sei auch wieder angelaufen.


Mit einer Zusammenfassung und den traditionellen Schlußworten des 2. Vorsitzenden Jörg
Suske endete eine in Personal wechselhafte und emotionale Versammlung.

Aktuelles, Aus den Verbänden

Spielmannszug Hesedorf-Bremervörde feiert seinen 100. Geburtstag ohne Feierlichkeiten


Hesedorf-Bremervörde (fb).
Am 13. Juli 1921 traf sich in der Gaststätte Wilckens die Freiwillige Feuerwehr zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung. Dieser Abend war die Gründungsstunde  des Trommel- und Pfeifenkorps und endete mit der Beschlussfassung, gemeinsam mit dem Turnverein (MTV) die Kosten für die Gründung des heutigen Spielmannszuges zu übernehmen. In diesem Jahr können die Musiker und Musikerinnen somit auf ihr 100-jähriges Bestehen zurückblicken.

Die Leitung des damaligen Trommel- und Pfeifenkorps übernahm Heinrich Sibbern, der dieses Amt bis zum Anfang des Krieges ausübte. Bereits ein Jahr nach der Gründung hatte der junge Verein seinen ersten öffentlichen Auftritt beim Feuerwehrfest. Fortan begleiteten sie jede Veranstaltung der örtlichen Feuerwehr.

In den Kriegszeiten kam das Vereinsleben komplett zum Erliegen bis es durch das Engagement einiger Spielleute gelang, den Trommel- und Pfeifenkorps wieder mit Leben zu erfüllen. Vom ersten Tambourmajor Harry Lenk über Gerd-Uli Geisthardt und Hermann Wilkens prägte ab 1968 Johann Fischer die Geschicke des Spielmannszuges. 2008 übergab er die Leitung an Mario Albers, der bis 2012 die Verantwortung übernahm, bis schließlich Carsten Kniemeyer bis zum heutigen Tag verantwortlich an der Spitze des Zuges steht.

Traten die Spielleute damals noch in der Einsatzkleidung der Feuerwehr auf, veränderte sich das Aussehen im Laufe der Zeit. Seit 1972 treten die Spielleute in einer roten Uniform auf, die durch die Gemeinde bei der Anschaffung finanziell unterstützt wurden. Weiterlesen… »

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Hönau-Lindorf (FR). Die Freiwillige Feuerwehr Hönau-Lindorf kann in diesem Jahr auf ihr 100-jähriges Bestehen zurückblicken. Gründe zum Feiern gibt es eigentlich reichlich. Neben dem 100-jährigen Bestehen konnte zu Beginn des Jahres ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug entgegen genommen werden und man qualifizierte sich bereits im Jahr 2019 erstmals für den Landesentscheid 2020 in Hannover, der allerdings bis heute noch nicht stattfinden konnte.

Mit der Gründung am 15.04.1921 begann die Geschichte der Ortsfeuerwehr. Damals noch mit einer Handdruckspritze statt eines gut ausgestattetem Feuerwehrfahrzeug. Die Handdruckspritze befindet sich auch heute noch im Besitz der Feuerwehr – inzwischen aufwendig renoviert und immer noch funktionstüchtig. Für diese Handdruckspritze wurde eine Remise komplett in Eigenleistung und mit Hilfe von Spenden erstellt. In diesem kleinen Gebäude gibt es inzwischen viele Gegenstände aus der Geschichte der Feuerwehr Hönau-Lindorf seit ihrer Gründung zu sehen.

Bei der ersten Mitgliederversammlung der Feuerwehr waren bereits 60 Kameraden anwesend. Dieses Amt entspricht dem eines heutigen Ortsbrandmeisters, welches er von 1921 bis 1927 ausübte. Der Mitgliedsbeitrag betrug damals drei Reichsmark. Wenn man in den Protokollbüchern liest, dass eine isolierte Drahtzange benötigt wurde, um bei einem Brand die Stromleitung zum Haus zu kappen, erscheint es schon sinnvoll, dass die Kameraden bereits 1921 bei der Landwirtschaftlichen Brandkasse in Hannover versichert waren.

Neben der Handdruckspritze gab es zunächst keine besonderen Ausrüstungsgegenstände, dennoch war der Bau eines Spritzenhauses im Jahr 1928 in Planung, wurde jedoch aufgrund der großen Geldentwertung zurückgestellt. Dieses wurde schließlich zwischen 1936 und 1950 nachgeholt. In diesen Jahren wurde auch die erste Motorspritze angeschafft.

Die Alarmsirene konnte ab 1955 genutzt werden – zuvor wurden die Feuerwehrleute durch Bläser mit Horn zum Einsatz gerufen. Im Jahr 1962 wurde schließlich ein neues Fahrzeug mit TS angeschafft. Diese TS wurde – wie die übrige Ausstattung natürlich auch – so gut gepflegt, dass sie über 50 Jahre genutzt werden konnte und erst im Jahre 2014 durch eine neue ersetzt wurde.

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Mehedorf (fb). Die Ortsfeuerwehr Mehedorf wurde im April diesen Jahres 100 Jahre alt. Dieses wäre ein Grund, gebührend zu feiern, leider fällt auch diese Veranstaltung der Pandemie zum Opfer. Trotzdem können die Brandschützer der Mehedorfer Wehr auf eine stolze Historie zurückblicken.

Als Geburtsstunde der Freiwilligen Feuerwehr Mehedorf ist der 21. August 1921 zu nennen. An diesem Tag

100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Mehedorf

trafen sich 15 Mehedorfer Einwohner, um die bis dahin gängige Pflichtfeuerwehr durch eine Freiwillige zu ersetzen. Die Versammlung fand damals in der Borcherschen Gastwirtschaft statt. Zum ersten Hauptmann wurde Zimmermann Heinrich Breuer ernannt. Stellvertreter wurde Hermann Wesch. Des Weiteren wurde beschlossen, dass „im Ernstfall“ sämtliche männliche und weibliche Einwohner bereit sein müssten, dass Löschwasser vom Kanal in einer Eimerkette zum Brandherd zu transportieren.

Um allerdings auch an brennenden Dachstühlen erfolgreich und effektiv löschen zu können wurde am 4.2.1922 eine Handdruckspritze angeschafft, die durch Pferde gezogen werden konnte und die noch bis heute im Besitz der Mehedorfer Wehr ist. Das Spritzenhaus fand den Platz in der Dorfmitte, wo auch heute das neue Feuerwehrgerätehaus seinen Platz gefunden hat.

Ende der 40er Jahre wurde die Handdruckspritze dann durch die erste Motorspritze ersetzt. Diese hieß „Ilo“

Alte Handdruckspritze Mehedorf

und hatte ihre gewissen Eigenarten, die aber geübte Maschinisten in den Griff bekamen. Im Jahr 1956 sollte ein VW Bus zur Beförderung von Gerätschaften beschafft werden. Da hierfür jedoch kein Platz vorhanden war, musste das Gerätehaus umgebaut werden. Wenig später, 1957, wurde die erste Sirene in der Ortschaft aufgebaut.

In den 60er Jahren wurde auch eine Tragkraftspritze vom Typ Bachert angeschafft, die mit einem VW Motor ausgestattet war. Weiterlesen… »

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Nieder Ochtenhausen (FR). Hat heute das Ehrenamt in der Politik sowie in der Bevölkerung einen sehr

Ortsbrandmeister Marcel Leenheer mit seinem Stellvertreter Thomas Hechler und Stadtbrandmeister Nils Schwarz (v.l.n.r.) konnten kürzlich Christoph Bardenhagen für 75 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr durch die Ehrung des Landesfeuer-wehrverbandes Niedersachsen auszeichnen.
Foto: Feuerwehr Nieder Ochtenhausen.

hohen Stellenwert, so war dieses nach Kriegsende 1945 von noch größerer Bedeutung. Vieles war nicht selbstverständlich, und musste erst wieder mühselig von Hand aufgebaut werden, um vergleichbare Strukturen von heute zu haben.

Eine überaus seltene Ehrung konnten Mitte August Stadtbrandmeister Nils Schwarz, Ortsbrandmeister Marcel Leenheer sowie sein stellvertreter Thomas Hechler im Hause Bardenhagen in der Mühlheimer Straße durchführen.

Auf stolze 75 Jahre Feuerwehrzugehörigkeit kann der heute 92 Jährige Christoph Bardenhagen mittlerweile zurückblicken. Ein Grund genug auch in Corona Zeiten die Ehrung durch den Landes-feuerwehrverband Niedersachsen persönlich vor-zunehmen. 1945 mit 16 Jahren trat Christoph Bardenhagen unter dem damaligen Brandmeister Ehlert Breuer seinen „ Dienst“ in der Feuerwehr an.  „Viele Kameraden sind aus dem Krieg nicht zurückgekommen“, erzählte er. „Es gab nur ein paar Ältere, die die Feuerwehr aufrechterhalten haben.“ Ein Grund mehr, sich für den freiwilligen Dienst zu melden wie er sagt. Heute ist Christoph Bardenhagen das letzte noch lebende Gründungsmitglied der Ortsfeuerwehr Nieder Ochtenhausen nach Kriegsende. Weiterlesen… »

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