Pressewarte und ihre Aufgaben

(oh). Längst stehen wir mitten im Informationszeitalter. Nachrichten und Kommunikationsmöglichkeiten stehen uns beinahe an jedem Ort zur Verfügung. Fast keine Frage scheint durch das Internet unbeantwortet zu bleiben. Diese rasante Entwicklung hat auch Auswirkungen auf Medien und Öffentlichkeitsarbeit. Es ist schon normal, dass jeder Verein, jede Institution eine Homepage hat. Fast unmittelbar nach einem Ereignis, spätestens aber am nächsten Tag, können wir uns Informationen darüber aus dem Internet oder den Medien holen.

Für die Feuerwehr heißt das: Wir müssen nicht nur Feuer löschen können, wir müssen uns auch im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit professionell aufstellen. Während früher kaum Medien an der Einsatzstelle anzutreffen waren, sind Kamerateams bei größeren Einsätzen heutzutage beinahe schon die Regel. Medienkompetenz gehört daher zur Feuerwehrarbeit dazu.

Die Feuerwehr braucht die Medien – die Medien brauchen die Feuerwehr aber nicht…

Die Feuerwehr ist in vielerlei Hinsicht auf die Medien angewiesen. Die Medien bringen die Feuerwehr in die Öffentlichkeit – bei guter Feuerwehr-Pressearbeit geben wir hierbei ein gutes Bild ab. Verweigern Einsatzleiter beispielsweise die Auskunft zu einem Einsatz und begründen ihre ablehnende Haltung nicht plausibel, so fahren die Medien nicht nach Hause – sie fragen einfach jemand anderen. Wenn dann Passanten ihre subjektiven Meinungen an die Medien weitergeben: „Die Feuerwehr hat ganz schön lange gebraucht bis sie hier war“, „Der da löscht ja gar nicht“, „Der ist schon drei Mal ums Fahrzeug gelaufen, der kennt sich gar nicht aus“… Wie dann der Pressebericht im Fernsehen erscheint, stellen wir uns besser nicht vor.

Gehen wir ordentlich mit den Medien um, können wir hingegen sehr davon profitieren. Wir stellen uns als professionelle Feuerwehr dar, die auch schwierige Situationen meistert. Wir erarbeiten uns Anerkennung und Rückhalt in der Bevölkerung und Politik. Wir leisten einen wichtigen Beitrag in der Nachwuchswerbung und nicht zuletzt sind es die Feuerwehrleute selbst, die durch gute Berichterstattung ihre Anerkennung und Motivation finden.

Wie unterstützt ein Pressewart einen Einsatzleiter?

Der Einsatzleiter hat gerade bei größeren Einsätzen alle Hände voll zu tun. Viele Entscheidungen sid zu treffen, viele Dinge zu beachten. Gerade bei solchen Einsätzen sind meist Medien an der Einsatzstelle vertreten. Der Pressewart hält dem Einsatzleiter in erster Linie den Rücken frei. Er betreut die Medien und führt sie an der Einsatzstelle, sodass der Einsatzleiter sprichwörtlich eine Sorge weniger hat. Der Pressewart erläutert dabei ggf. den Einsatzverlauf und Feuerwehrtaktiken: herumstehende Feuerwehrleute könnten einen faulen Eindruck erwecken, wenn aber darauf hingewiesen wird, dass diese Kameraden kurz vor einem kräftezehrenden Atemschutzeinsatz stehen, entsteht ein anderes Bild. Mitteilungen an die Presse jedoch, stimmt der Pressewart eng mit dem Einsatzleiter ab. Der Einsatzleiter behält auch die Führung über die Informationsarbeit – er entscheidet, was der Pressewart an die Medien weitergibt oder ggf. gibt er im Anschluss selbst eine Stellungnahme ab. Der Pressewart nimmt in jedem Falle eine wichtige Rolle ein – er sorgt dafür, dass der Einsatzleiter sich voll auf das konzentrieren kann, was wichtig ist – die Führung der Einsatzkräfte.

Was macht der Kreispressewart?

Der Kreispressewart ist das Bindeglied zwischen der Kreisfeuerwehrführung und den Pressewarten des Landkreises. Er ist dabei Ansprechpartner, Berater und Vermittler in Sachen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und in dieser Rolle Angehöriger des Kreiskommandos. Er koordiniert die Pressearbeit im Landkreis und versucht ein einheitliches und gutes Niveau im Bereich der Pressearbeit zu erreichen. Er hält Verbindung zum Bezirkspressewart und zu Kreispressewarten anderer Landkreise. So entsteht ein kreativer Austausch, um die eigene Öffentlichkeitsarbeit weiter zu verbessern. Und nicht zuletzt schreibt er selbst Berichte und ist bei Einsätzen im Kreisgebiet unterstützend tätig. Er ist dabei keineswegs Chefreporter des Florian Rotenburg, sondern leistet wie die vielen anderen Pressewarte auch, einen Beitrag für unsere gemeinsame Feuerwehrzeitung.

Die Abschnittspressewarte sind zugleich die Stellvertreter des Kreispressewartes und betreuen ihren jeweiligen Abschnitt. Durch die große Ausdehnung des Landkreises haben sie einen großen Aktionsradius, den sie zumeist mit privaten Mitteln bereisen.

Was machen die Pressewarte der Feuerwehr?

Sie sind ihrerseits Berater der Feuerwehrführung für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in ihrer Feuerwehr. Sie berichten über Einsätze, Veranstaltungen und Ereignisse in ihrer Feuerwehr und informieren dadurch die Bürger über den Feuerwehrdienst. Sie unterstützen den Ortsbrandmeister oder Einsatzleiter bei Einsätzen und übernehmen die Medienbetreuung. Sie bringen sich kreativ ein, wenn es darum geht, die Feuerwehr in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Und natürlich berichten sie für den Florian Rotenburg. Berichte von Einsätzen, das darf man nicht vergessen, können erst geschrieben werden, wenn die Fahrzeuge längst wieder in der Halle stehen. Für sie endet der Tag damit deutlich später. Ein Engagement, was wiederum der gesamten Feuerwehr zugutekommt.

Die Stadt- und Samtgemeindepressewarte nehmen diese Tätigkeiten auch über die Grenzen ihrer eigenen Feuerwehr hinaus wahr. Die meisten Fahrten die dabei zu tätigen sind, werden mit Privatfahrzeugen getätigt – somit opfern die Kameraden nicht nur Zeit für die Feuerwehr.

Der Florian Rotenburg

Häufig kommt die Frage von Feuerwehrleuten, ob sie auch einen Beitrag im Florian Rotenburg veröffentlichen dürfen. Die Antwort ist ein deutliches: JA. Der Florian Rotenburg ist eine Zeitung von uns und für uns. Jeder der einen interessanten Beitrag oder Neuigkeiten hat, kann ihn an die Redaktion des Florian senden: Redaktion@Florian-Rotenburg.org.

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